Kärntner Volkshochschulen feiern 60. Geburtstag

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Foto: VHS Kärnten

Über 300 Gratulanten, unter ihnen Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, VÖV-Generalsekretär Dr. Gerhard Bisovsky und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, fanden sich zur 60-Jahr-Feier der Kärntner Volkshochschulen im Festsaal der Arbeiterkammer Kärnten ein. Highlight war die Präsentation der Publikation „Der lange Aufstieg der Kärntner Volkshochschulen“ von Wilhelm Filla, langjähriger VÖV-Generalsekretär und Experte zur Geschichte der Erwachsenenbildung. Von der Gründung zur Sicherung der Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg über die rasante Verbreitung in die Regionen in den 1950er- und 1960er-Jahren bis hin zu Professionalisierung und zur europäischen Orientierung fasst Filla die Geschichte des Landesverbandes kurzweilig zusammen. Begeistert von dem entstandenen Werk zeigte sich auch Beate Gfrerer, Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen: „Diese schärft noch einmal die Konturen unserer Vergangenheit, die im Schleier der Zeit oft zu verwischen drohen, und hilft uns in der herausfordernden Gegenwart den Blick in die Zukunft zu richten, ohne dabei die Orientierung und unseren Auftrag aus den Augen zu verlieren.“

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Drei Pädagogische ReferentInnen: Hubert Hummer (1994-2003), Elisabeth Brugger (2003-2013), Beate Gfrerer (seit 2013).
Foto: Gerhard Bisovsky

Gestärkt durch die Vergangenheit – emanzipiert in die Zukunft

Doch nicht nur die Publikation sorgte für Aufsehen. Auch strukturell stellt sich die Volkshochschule für die herausfordernde Zukunft auf. Der seit 1996 amtierende Geschäftsführer der Volkshochschulen in Kärnten, Gerwin Müller, wechselt als Vorsitzender in den Vorstand des Vereines. Unter der Führung von Müller fanden tief greifende Reformen der Volkshochschulen statt. Neben einer verstärkten nationalen und internationalen Ausrichtung wurden unter seiner Zeit Projekte wie die Grundbildung und die Lehrgänge zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses etabliert. Beate Gfrerer, pädagogische Leiterin der Kärntner Volkshochschulen, übernimmt die Geschäftsführung. Ein historisches Ereignis, denn nun lenkt erstmalig eine Frau die Geschicke der Kärntner Volkshochschulen: „Ich fühle mich sehr geehrt, vom Vorstand bestellt worden zu sein“. Mit Beate Gfrerer übernimmt erstmals in der Geschichte auch eine Person den Geschäftsführungsposten, die keine Mitarbeiterin der Arbeiterkammer Kärnten ist – Emanzipation im doppelten Sinn.

„Von der Wiege bis zur Bahre“

Die Volkshochschulen kennt Gfrerer selbst von der Pieke auf. Als Romanistik- und Slawistik-Absolventin begann Gfrerer 1988 als Sprachtrainerin für Russisch und Italienisch an der Volkshochschule. Von 1995 bis 1997 baute sie als ehrenamtliche Leiterin die Volkshochschule in Bodensdorf auf und steigerte durch strategisches Geschick und Feingefühl für die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen die Kursteilnahmen so eklatant, dass man auch in Villach auf sie aufmerksam wurde und Gfrerer zur Leiterin der zweitgrößten Volkshochschule in Kärnten machte. Der Aufstieg in den Landesverband 2004 als pädagogische Leiterin war nur mehr eine Frage der Zeit. 2006 erkannte auch der Verband Österreichischer Volkshochschulen das Potenzial der gebürtigen Tiffnerin und wählte sie zum Vorstandsmitglied des Verbandes. 2013 übernahm Gfrerer zusätzlich zu ihren Tätigkeiten in Kärnten die pädagogischen Agenden des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen als Pädagogische Referentin.

Gefestigt in die Zukunft

Musikalisch wurde der Festakt von dem Musiker:Duo KLAK begleitet. Neben Glückwünschen, Torten und einem deftigen Alpe-Adria-Buffet gab die neue Geschäftsführerin Beate Gfrerer auch die Marschrichtung für die Zukunft bekannt: „Unseren Werten und Vorstellungen zu Demokratie, politischer Bildung und der allgemeinen Erwachsenenbildung treu, werden die Kärntner Volkshochschulen auch in Zukunft ein Ort des lebenslangen Lernens für alle Menschen, egal welchen Alters, Bildung oder Herkunft in Kärnten sein. Die Herausforderung wird sein, diesen trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten zu stabilisieren. Doch wer langfristig denkt, wird erkennen, wie wichtig solche Institutionen für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und das lebensbegleitende Lernen sind.“ //

Hell, Benjamin (2015): Kärntner Volkshochschulen feiern 60. Geburtstag. In: Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung. Dezember 2015, Heft 257/66. Jg., Wien. Druck-Version: Verband Österreichischer Volkshochschulen, Wien

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