Karin Dollhausen/Sonja Muders (Hrsg.): Diversität und lebenslanges Lernen. Aufgaben für die organisierte Erwachsenenbildung.

Karin Dollhausen/Sonja Muders (Hrsg.): Diversität und lebenslanges Lernen. Aufgaben für die organisierte Erwachsenenbildung.
Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag 2016, 238 Seiten.

Dieser Band dokumentiert eine Tagung vom Herbst 2015: „Vielfalt lebenslangen Lernens gestalten. Diversität als Herausforderung für Weiterbildungsorganisationen.“ Die Koinzidenz mit den Fluchtbewegungen sehen die Herausgeberinnen, beide sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, als Beleg und Bedeutung für die Aktualität ihres Themas. Intention war es Bildung und Lernen Erwachsener in Zusammenhang mit zunehmender Heterogenität und Pluralität der Gegenwartsgesellschaft zu begreifen. Weiterbildungsorganisationen sollten das in ihrer pädagogischen Planung und im Bildungsmanagement auf allen Ebenen wahrnehmen. Die zunehmende Differenzierung in der Gesellschaft findet sich als Ausdruck und Resultat im Begriff „Diversität“ (S. 13).

Im Kontext mit lebenslangem Lernen öffnet Diversität den Blick für eine größere Vielfalt an Lerngelegenheiten und Lernorten. Im bildungswissenschaftlichen Diskurs unterstützt Diversität, soziale und kulturelle Differenzen als „normal“ anzuerkennen. Begrifflich rücken somit Diversität und Pluralität in eine gewisse Nähe.

Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt. Im ersten finden sich Beiträge zu Diversität und zu (Re-) Konstruktionserfordernissen im Adressatenbezug. Interkulturelle Bildung, die Teilhabe an beruflicher Weiterbildung von Personen mit Migrationserfahrung, funktionaler Analphabetismus sowie soziale Ungleichheit in der wissenschaftlichen Weiterbildung im Hinblick auf Diversität werden thematisiert.

Der zweite Abschnitt betrachtet Diversität als Spannungsfeld in der Organisations- und Personalentwicklung. Bildungsberatung und für die neue soziale Situation entsprechende Konzepte, Betrachtungen aus Sicht der Arbeits- und Organisationsforschung sowie Personalentwicklung in der Weiterbildung mit Fokus auf MitarbeiterInnen mit Migrationsgeschichte stehen zur Diskussion.

Der dritte Teil befasst sich mit Diversität und Perspektiven für die Angebotsentwicklung. Das betrifft beruflich Qualifizierte, die sich auf ein Studium vorbereiten oder das Lernen am Arbeitsplatz, wobei es um die Aneignung von Deutsch als Zweitsprache geht. Letzteres professionell anzubieten wird auch als Chance von öffentlichen Einrichtungen der Weiterbildung gesehen, um besser mit anderen Anbietern konkurrieren zu können.

Mit der Erschließung von Lernräumen hinsichtlich Diversität beschäftigt sich das letzte Kapitel. Erörtert wird der Einsatz digitaler Medien. Am Beispiel der Region Flensburg erfolgt ein Plädoyer, vielfältige Themen an verschiedenen Lernorten mit unterschiedlichen Lernformen anzubieten. Last but not least erweisen sich Lernorte als „Schauplätze von Aushandlungskämpfen“, wenn es um die Partizipation von Menschen mit besonderen Bedürfnissen geht.

Das Buch zeigt forschungs- und praxisorientiert ein Spektrum von Problemstellungen und Lösungsvorschlägen, bezogen auf die Aktualität sozialer Diversität. Es ist besonders für Angebotsplanung und Management in der Erwachsenenbildung mit öffentlicher Verantwortung von Interesse. //

Lenz, Werner (2017): Karin Dollhausen/Sonja Muders (Hrsg.): Diversität und lebenslanges Lernen. Aufgaben für die organisierte Erwachsenenbildung. In: Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung. Juni 2017, Heft 261/68. Jg., Wien. Druck-Version: Verband Österreichischer Volkshochschulen, Wien.

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