Am 18. Juni 2026 präsentierte der langjährige Direktor der Wiener VHS Hietzing, der Historiker Robert Streibel, in Krems sein Buch „Familie Oser. Die Kremser Buddenbrooks“, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz. In diesem vom Orthopäden Andreas Stippler, einem weitschichtigen Verwandten der letzten Generation der Osers, finanzierten Buch beschreibt Streibel die Geschichte dieser Familie, welche die Stadt Krems seit 1750 maßgeblich mitgestaltet und sich durch ihr soziales Engagement ebenso ausgezeichnet hat wie durch ihren Unternehmergeist.
So errichtete einer der Osers eine Kaltbade-Duschanstalt im Bereich des heutigen Postamtes. Später heizte er das dortige Wasser mithilfe seiner benachbarten ersten Kremser Dampfmühle und sorgte für einen Riesenandrang. Für eine „Kinderbewahranstalt“ (Vorläufer des Kindergartens) stellte er ein 10.000 m² großes Grundstück zur Verfügung. Und als 1853 seine Mühle abbrannte, befasste er sich mit der Gründung einer Feuerwehr und erzeugte darüber hinaus Feuerwehrspritzen und reparierte diese. Bahnbrechend war auch die Errichtung des ersten Kremser Wasserkraftwerks nach dem Ersten Weltkrieg in Hohenstein (heute Stadtgemeinde Gföhl). Vieles geht in Krems auf die Osers zurück: die erste Kremser Landesausstellung und auch das erste deutsch-österreichische Sängerfest, das sogar eine Premiere für ganz Österreich war. An der Gründung des Kremser Museums waren die Osers beteiligt, und im Jahr 1893 konnten die Arbeiter der Maschinenfabrik Oser den ganzen Tag über den 1. Mai feiern. Die ersten Pontons aus Aluminium für das Militär der österreichisch-ungarischen Monarchie kamen aus dieser Werkstatt, ebenso viele Turbinen.
Bis zum Zusammenbruch ihres Wirtschaftsimperiums besaßen die Osers eine umfangreiche Kunstsammlung und waren auch im Besitz des Werks „Der Guckkastenmann“ des bekannten Malers Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt).
Die Osers waren deutschgesinnt und Anhänger von Georg Ritter von Schönerer.
Im NSDAP-Erfassungsantrag für den Kohlenhändler und Kunstsammler Josef Oser 1938 steht „deutsch arische Sippe seit 1685 in Krems nachweisbar“ .1 //












Kommentare