Die Demokratie steht unter Druck – nicht nur durch politische Polarisierung, sondern zunehmend auch durch die Fragmentierung der digitalen Öffentlichkeit. In sozialen Medien, Kommentarspalten und algorithmisch gesteuerten Informationsräumen entstehen neue Herausforderungen für demokratische Diskurse, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung europäischer Grundwerte. Genau hier setzt das Projekt ProEuropeanValuesAT (PEVA) an.
PEVA ist eine österreichische Initiative, die im Rahmen des EU-Programms Citizenship, Equality, Rights and Values (CERV) mit einem Gesamtbudget von fünf Millionen Euro gefördert wird. Ziel ist es, Demokratiezukunft, wirksame Rechte und eine starke Zivilgesellschaft zu fördern – insbesondere im digitalen Raum. Der Projektstart war am 1. Dezember 2024, die Laufzeit beträgt 42 Monate. Die Partner in diesem Projekt sind ICNM Salzburg (Internationales Zentrum Neue Medien), NPO Austria, das Europahaus Klagenfurt und respekt.net. Die Projektleitung hat Dr. Peter Bruck von ICNM.
Im Zentrum steht die Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich kreativ und engagiert für die Werte der Europäischen Union einsetzen. PEVA versteht sich als Antwort auf die zunehmende Erosion demokratischer Prinzipien und die Herausforderungen, die durch Desinformation, Hassrede und digitale Spaltung entstehen.
Vielfalt der Zivilgesellschaft
PEVA richtet sich gezielt an Organisationen, die oft am Rand der Förderlandschaft stehen, aber eine zentrale Rolle für gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Dazu zählen:
- Klein- und Basisorganisationen
- Jugendorganisationen im digitalen Raum
- rauenrechtsgruppen
- NGOs mit Fokus auf Migrant*innen und Randgruppen
- Ländliche und abgelegene zivilgesellschaftliche Initiativen
Diese Gruppen sollen durch niedrigschwellige Zuschüsse zwischen 5.000 und 50.000 Euro unterstützt werden. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch unabhängige Jurys, die sowohl Innovationskraft als auch gesellschaftliche Relevanz bewerten.
Demokratische Werte sichtbar machen
PEVA verfolgt einen klaren gesellschaftspolitischen Auftrag: Die europäischen Grundwerte – wie Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Wahrung der Menschenrechte – sollen nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praktisch gelebt und sichtbar gemacht werden.
PEVA will Organisationen befähigen, diesen Raum zurückzuerobern – durch Kapazitätsaufbau, Vernetzung, Mentoring, Workshops und Co-Creation-Formate, die auf erfahrungsbasiertes Lernen setzen. Die Aktivitäten sind durchgehend partizipativ, engagierend und digital ausgerichtet. Ein herausragendes Merkmal des Projekts ist die vollständige Finanzierung der geförderten Projekte. Das bedeutet, dass Organisationen keine Eigenmittel aufbringen müssen, was insbesondere für kleinere NGOs eine enorme Erleichterung darstellt. PEVA versteht sich nicht als Top-down-Projekt, sondern als gemeinsamer Lern- und Gestaltungsprozess, bei dem die Zivilgesellschaft selbst definiert, wie demokratische Werte im digitalen Raum gestärkt werden können.
Bildung als Schlüssel zur Demokratie
Ein zentraler Partner im PEVA-Konsortium ist die Volkshochschule Salzburg, die die Leitung im Bereich Capacity Building und Weiterbildung für Schlüsselpersonen der Zivilgesellschaft übernimmt. Die Volkshochschule bringt ihre langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung ein, um zielgruppenspezifische Formate zu entwickeln, die sowohl niedrigschwellig als auch wirksam sind. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um die Stärkung von Handlungskompetenz, kritischem Denken und digitaler Medienkompetenz. Ein besonderer Schwerpunkt sind digitale Tools und Künstliche Intelligenz, die den Vereinen helfen sollen, ihre Arbeit zu erleichtern, aber wachsam zu sein, was sie mit diesen Tools machen.
In Workshops, Trainings und Lernmodulen werden zivilgesellschaftliche Akteure befähigt, sich souverän im digitalen Raum zu bewegen, Desinformation zu erkennen und eigene Inhalte zu gestalten, die demokratische Werte fördern.
Die Volkshochschule Salzburg steht damit exemplarisch für den Bildungsauftrag von PEVA: Demokratie braucht informierte Bürger*innen – und zivilgesellschaftliche Organisationen, die diesen Prozess aktiv begleiten.
Fundament der europäischen Gesellschaft
Im Zentrum von PEVA stehen die Werte der Europäischen Union, die in der Charta der Grundrechte verankert sind. Diese Werte sind nicht abstrakt, sondern betreffen das tägliche Leben jedes Einzelnen und PEVA macht diese Werte erlebbar. Es geht nicht nur um politische Bildung, sondern um die praktische Umsetzung in Projekten, die den zivilen Raum erweitern und demokratische Prinzipien stärken und ist eine Einladung zur Mitgestaltung.
Gerade in Zeiten, in denen autoritäre Tendenzen, Desinformation und digitale Spaltung zunehmen, braucht es starke zivilgesellschaftliche Stimmen, die für die Werte Europas eintreten. Die Volkshochschule Salzburg spielt dabei eine Schlüsselrolle – als Ort des Lernens, des Austauschs und der Ermächtigung. Gemeinsam mit den anderen Konsortialpartnern schafft PEVA einen Raum, in dem Demokratie nicht nur diskutiert, sondern gelebt wird. //











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