Das ETHLAE-Projekt der EAEA (European Association for the Education of Adults) ist ein europäisches Erasmus+-Projekt, an dem der VÖV beteiligt ist, zielt darauf ab, die Verwendung von neuen Technologien – darunter auch KI, Internet of Things (IoT), Augmented und Virtual Reality (AR/VR) und Robotik, aber ebenso Smartphones und andere Devices – in der Erwachsenenbildung zu diskutieren, zu reflektieren und zu verbessern – besonders unter Bedachtnahme der Hürden, die mit Ressourcenknappheit und anderen Bildungsbarrieren entstehen und in einer reflexiven Bildungspraxis zu bedenken sind.
Als innovativ im Projekt erwies sich die auf den ersten Blick vage Definition von „Emerging Technologies“ – es geht um neue Technologien, die im Unterricht eingesetzt werden oder deren Behandlung von Teilnehmer*innen gefordert und thematisiert wird. Ziel ist somit auch, zu diskutieren und prüfen, ob Technologien Erwachsenen mit geringen Grundkompetenzen sowie Lernenden in vulnerablen Lebenssituationen neue, technologiegestützte Lernmöglichkeiten eröffnen und welche Barrieren dem entgegenstehen. Obwohl viele technologische Innovationen bereits existieren und wohl noch mehr Technoutopien, fehlt es an pädagogischen Ansätzen und an Reflexion, die diese Technologien wirklich wirksam, zugänglich und didaktisch sinnvoll in Lernprogramme integrieren. (Vgl. dazu: https://eaea.org/project/ethlae/).
Quelle: https://eaea.org/project/ethlae/
Das Projekt ETHLAE untersucht daher, wie Emerging Technologies das Lernen verbessern können und entwickelt Empfehlungen, Methoden, Szenarien und Werkzeuge, um deren Einsatz in der Erwachsenenbildung zu erleichtern. Es basiert auf umfangreichen Recherchen und Analysen zum Einsatz neuer Technologien und ist eng an EU‑Bildungspolitiken wie den Digital Education Action Plan geknüpft.
Zu den Kernzielen des Projekts gehören:
- Chancengleichheit und Inklusion: Erhöhung der Teilhabe an Bildung für alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status.
- Entwicklung von Empfehlungen und Toolkits für politische Entscheidungs-träger*innen, um Erwachsenenbildung in nationalen und regionalen Strategien zu verankern.
- Hinweis auf Ressourcenprobleme von Erwachsenenbildungsinstitutionen und Digital Gaps, die den Einsatz neuer Technologien hemmen.
- Förderung digitaler Kompetenzen und moderner Lehrmethoden.
- Vernetzung und Austausch: Schaffung von Plattformen für den Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Bildungseinrichtungen, NGOs und öffentlichen Institutionen.
- Qualitätsentwicklung und Reflexion in der Bildungspraxis im Umgang mit neuen Technologien und Austausch darüber.
- Identifikation und Analyse guter Praxisbeispiele des Technologieeinsatzes, die den Ansprüchen der teilnehmer*innen-orientierten Erwachsenenbildung genügen.
- Entwicklung eines Capacity‑Building‑Programms für Erwachsenenbildner*innen in Europa.
Projektpartner: Wer ist beteiligt?
ETHLAE wird von einem internationalen Konsortium getragen, das Expertise aus verschiedenen Bereichen vereint: European Association for the Education of Adults (EAEA, Belgien), Algebra Bernays University (Kroatien), All Digital (Belgien), Lifelong Learning Foundation sr. (Kansanvalistusseura sr., the Kvs Foundation – Finland), Center for promoting lifelong learning – CPIP (Rumänien), Verband Österreichischer Volkshochschulen, Learning and Work Institute (UK); als assoziierte Partner sind unter anderem der Schweizer Verband für Weiterbildung (SVEB) und die Wiener Volkshochschulen GmbH im Projekt mit dabei.
ETHLAE richtet sich an Lehrende, Organisationen, lokale Lernzentren und erwachsene Lernende. Ein zentrales Anliegen ist es, sowohl pädagogische als auch technologische Expertise zu verbinden, um Lernprogramme praxisnah, barrierearm und wirksam zu gestalten. Hierzu gehören Workshops, der Aufbau eines MOOCs, Peer‑Learning‑Formate und eine Toolbox mit anwendungsorientierten Beispielen für Erwachsenenbildner*innen.
Die Breite der beteiligten Organisationen ist Stärke und Schwäche zugleich – wie bei vielen EU-Projekten. Einerseits können unterschiedlichste Erfahrungen ausgetauscht und Diskussionen geführt werden, andererseits führt die Unterschiedlichkeit der beteiligten Institutionen und deren Vorstellungen und ebenso Praxen der Erwachsenenbildung zu Missverständnissen und Unklarheiten wie Redundanzen und Verlusten. Insofern reichen die Erfahrungen im Projekt von Präsentationen zeitloser Technoutopien, die meinen, Technik löse alle Probleme der Erwachsenenbildung und der Bildungsbenachteiligung – Vorträge wie sie teils schon auf den Salzburger Gesprächen in den 1990er-Jahren gehalten und heftig kritisiert wurden (vgl. dazu Salzburger Gespräche1) – bis zu hochspannenden Projektberichten und Materialiensammlungen.
ETHLAE trägt insgesamt dazu bei, Erwachsenenbildung zukunftsfähig, digital kompetent und inklusiv zu gestalten, indem es neue Technologien nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeuge versteht, die Lernende befähigen, selbstbestimmt, kritisch und kompetent ihre Weiterbildungsziele zu verfolgen.
Erste Ergebnisse: Was wurde bereits erreicht?
„Digital tools can’t fix a lack of trust. What learners need first is a safe space – then they can start experimenting.“ (Zitat aus den ETHLAE-Interviews)
Im Projekt wurden im Rahmen einer Feldanalyse Ressourcen zusammengestellt (Forschungsberichte, Policy Papers, Lernmaterialien, Publikationen, Lehrgänge, MOOCs), Interviews mit Lerner*innen und Expert*innen geführt, übersetzt und ausgewertet, Capacity Building Workshops durchgeführt (zu den verschiedensten Themen von Projektberichten bis ethischen Fragen), Learning Scenarios (Lernszenarien zu Nachhaltigkeit, Demokratiebildung oder Gesundheitskompetenz) für den Einsatz im Kurs entwickelt; gegenwärtig werden diese Learning Scenarios pilotiert – unter anderem in den Wiener Volkshochschulen.
Ab Herbst 2026 werden die Ergebnisse (Materialiensammlungen, Lernszenarien, usw.) auf der Projekthomepage zur Verfügung stehen und ebenso in einem VÖV-Seminar zusammengefasst. //












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