Neue Männer braucht das Land! Vater zu sein, ist eine Chance dafür – aber auch der Feminismus. Denn er wendet sich gegen das Patriachat und bahnt den Weg für neue Männerrollen.
Eine eigene Haltung zum Vatersein zu definieren, hat Priorität für Tillmann Prüfer. Der versierte Berliner Journalist, beschreibt sachlich und emotional, also mit Bezug zu wissenschaftlichen Erkenntnissen aber auch zu seinen eigenen Erfahrungen mit vier Töchtern, wie es sich als Vater lebt, leben sollte und könnte.
Der erste von vier Teilen des Buches beschäftigt sich mit den Chancen, die der Feminismus für Väter bringt. Der jetzigen Generation von Vätern billigt Prüfer gute Gelegenheit zu, sich mit Hilfe des Feminismus aus traditionellen Männerrollen zu befreien und sich Fragen zu stellen: Was will ich als Vater? Was möchte ich verändern? Was profitieren meine Kinder davon?
Der Autor schlägt vor, eine eigene Haltung, eine eigene Rolle des Vaterseins zu gestalten und diverse Vaterbilder zu löschen. Zu letzteren gehört die Idee vom allmächtigen Vater, von Vätern, die sich stets mit höheren (Staats-)Aufgaben und Zielen, aber nicht mit ihren Kindern beschäftigen. Vom Tyrannen, Patriarchen, Mafiaboss, vom Großunternehmer oder aber – in jüngster Zeit in Filmen und TV-Serien geschaffen – von einer selbstverliebten, tollpatschigen, defensiven, unfähigen Vaterfigur sollten die „neuen“ Väter Abstand nehmen. Gesucht wird ein liebender, seine Kinder beschützender Vater. Denn Tillmann Prüfer bewegt die Frage: Was braucht ein Kind von seinem Vater?
Schwerpunkt des zweiten Teils: Ein wichtiges Hindernis, das einer glücklichen Vaterschaft im Wege steht, ist das Fehlen von Vorbildern. Der Autor vermisst Rollenmodelle und Netzwerke wie bei Müttern. Die neuen jungen Väter müssen sich ihr Bild vom Vatersein aus vielen Mosaiksteinen selbst zusammenstellen. Prüfer analysiert die Situation des Vaters in der „Versorgerfalle“. Das Einkommen von Frauen ist durchschnittlich geringer als das von Männern. Deswegen wird die Elternzeit von ihnen weniger genutzt. Tillmann Prüfer sieht darin nicht nur ein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem der Erwerbssituation. Mit ihrer Arbeit opfern Männer die Zeit, die sie mit ihrer Familie verbringen könnten.
Im dritten Kapitel bietet der Autor einen „Werkzeugkasten“ für moderne Väter. Er beinhaltet, das Vatersein gut zu planen, vom Kind zu lernen, das eigene Erwachsensein zu pflegen, Gefühle zuzulassen, eigene Werte vorzuleben, zärtlich zu sein, Fehler einzugestehen, zu spielen, zu reden, zuzuhören, den Kindern etwas zuzutrauen, nach Ordnung zu streben – Scheitern inbegriffen – und schließlich: Beschütze dein Kind und lasse es los! Als Universalwerkzeug empfiehlt der Autor: Mach was! Gemeint ist, mit den Kindern in Aktion zu treten, mit gemeinsamen Tätigkeiten Zeit zu verbringen.
Im abschließenden Kapitel schildert Tillmann Prüfer auf Grund der Erfahrungen mit seinen Kindern in verschiedenen Lebensaltern und Lebenssituationen exemplarisch, „wie man ein immer besserer Vater wird“.
Für Elternbildung und Familienbildung ein Buch mit vielen Anregungen zum Diskutieren und Handeln. //












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