Im Oktober 2026 – so der Plan – startet die Entwicklung einer neuen österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen. Für die KEBÖ, aktuell unter dem Vorsitz des VÖV, ist das eine zentrale Chance, die Rolle der Erwachsenenbildung im Bildungssystem neu zu verankern und Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Welche Schwerpunkte dabei aus Sicht der gemeinnützigen Erwachsenenbildung entscheidend sind, stand im Mittelpunkt der KEBÖ-Jahrestagung 2026 am 22. September in Graz. Mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Erwachsenenbildung, Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft diskutierten unter dem Motto „Zukunft Lernen“ über die Zukunft des lebensbegleitenden Lernens in Österreich.
Den Auftakt bildete ein Blick auf die europäischen Entwicklungen und Herausforderungen des lebensbegleitenden Lernens. Daran anschließend wurde die Frage diskutiert, welche Konsequenzen daraus für Österreich und die bevorstehende neue LLL-Strategie zu ziehen sind. Im Zentrum der Debatte stand die Überzeugung, dass lebensbegleitendes Lernen weit mehr sein muss als ein Instrument zur Deckung kurzfristiger Arbeitsmarktbedarfe. Bildung ist eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, persönliche Entwicklung und demokratische Mitgestaltung.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der KEBÖ liegt auf dem Ausbau der Grundbildung. Noch immer verfügen viele Erwachsene nicht über jene grundlegenden Kompetenzen, die notwendig sind, um Informationen einzuordnen, öffentliche Angebote zu nutzen oder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gerade auch der VÖV sieht hier einen dringenden politischen Handlungsbedarf und fordert verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen für entsprechende Bildungsangebote. Ebenso wichtig ist die Rolle der Erwachsenenbildung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Einrichtungen der KEBÖ schaffen tagtäglich Lern- und Begegnungsräume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Lebenssituationen miteinander ins Gespräch kommen. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung leisten sie damit einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander.
Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion wurde außerdem diskutiert, wie lebensbegleitendes Lernen bis 2040 gestaltet werden kann. Am Nachmittag stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Leistungen der Erwachsenenbildung in Öffentlichkeit und Medien sichtbarer gemacht werden können. Den Abschluss bildete ein Dialog mit Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, der zugleich die Gelegenheit bot, die Positionen und Anliegen der KEBÖ direkt in den laufenden bildungspolitischen Prozess einzubringen. Die Botschaft der Tagung war eindeutig: Wer lebenslanges Lernen ernst nimmt, muss die Erwachsenenbildung als gleichberechtigten Teil des Bildungssystems anerkennen und entsprechend absichern. Verlässliche Finanzierung, bessere Zugänge zu Bildung sowie eine stärkere Anerkennung der gesellschaftlichen Bedeutung gemeinnütziger Bildungseinrichtungen sind dafür unverzichtbar. Mit ihrem Strategiepapier „Zukunft Lernen“ hat die KEBÖ dazu konkrete Vorschläge vorgelegt. Diese wurden im Rahmen der Tagung intensiv diskutiert und der zuständigen Bundesministerin mit auf den Weg gegeben.
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Nun gilt es, diese Perspektiven in die Entwicklung der neuen LLL-Strategie einzubringen. Denn die Zukunft des lebensbegleitenden Lernens ist letztlich eine Zukunftsfrage für den Bildungsstandort Österreich und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unseres Landes.











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