Europa ist für uns kein Fördertopf – sondern ein Raum für Solidarität, Bildung und Rechte.

Demokratie.
Teilhabe.
Würde.
Gerechtigkeit.

Das sind keine Schlagworte für Projektanträge. Das sind die Gründe, warum es die Roma Volkshochschule Burgenland überhaupt gibt. Und genau deshalb machen wir europäische Projekte. Und genau deshalb hören wir nicht damit auf.

Warum wir uns europäisch vernetzen

Wir könnten sagen: Wir bleiben lokal. Wir machen nur vor Ort unsere Arbeit. Wir kämpfen allein.

Aber wir wissen: Diskriminierung ist nicht lokal. Antiziganismus ist nicht lokal. Ausgrenzung ist nicht lokal. Demokratiekrisen sind nicht lokal.

Sie sind europäisch. Also müssen auch unsere Antworten europäisch sein.

Erasmus+ und andere EU-Programme ermöglichen uns genau das: Sie verbinden Menschen, Organisationen und Ideen über Grenzen hinweg. Sie schaffen Räume für Austausch, Lernen und Solidarität. Sie geben kleinen Initiativen eine große Stimme.

Für uns bedeutet das:

  • mehr Wissen
  • mehr Partnerschaften
  • mehr Handlungsspielraum
  • mehr Wirkung für unsere Community

EU-Projekte sind für uns keine „Extras“ – sie sind Werkzeuge.

Wir machen keine Projekte, um Projekte zu machen. Wir machen sie, weil sie konkret etwas verändern.

Weil sie:

  • Pädagog*innen stärken,
  • junge Menschen empowern,
  • migrantisierte und marginalisierte Communities sichtbar machen,
  • neue Bildungsangebote schaffen,
  • demokratische Kompetenzen fördern,
  • Arbeitsmarktchancen verbessern,
  • Netzwerke aufbauen, die bleiben.

Jedes Projekt ist für uns ein Werkzeug. Ein Werkzeug gegen Ungleichheit. Ein Werkzeug für Teilhabe. Ein Werkzeug für Selbstermächtigung.

Was wir aus den letzten Jahren gelernt haben.

Wir haben gelernt: Dass internationale Zusammenarbeit Begegnung bedeutet! Dass Partnerschaften keine Formalität sind – sondern echte Beziehungen. Dass aus Workshops Freundschaften werden. Aus Ideen neue Initiativen. Aus Projekten nachhaltige Strukturen.

Und wir haben gesehen:

Unsere Arbeit wirkt. Wenn über 250 Menschen an einer inklusiven Job Fair teilnehmen. Wenn Pädagog*innen neue Demokratie-Methoden in ihre Klassen tragen. Wenn junge Rom*nja ihre Stimme erheben. Wenn Bildungsarbeit Grenzen überschreitet.

Dann wird aus Theorie Praxis.

Warum wir weitermachen

Man könnte nach einem Projekt sagen: „Gut, erledigt. Bericht geschrieben. Haken dran.“ Aber so funktioniert Veränderung nicht. So funktioniert nur Verwaltung. Wir wollen mehr.

Wir wollen:

  • nachhaltige Strukturen statt Einmal-Events,
  • langfristige Kooperationen statt kurzfristiger Kontakte,
  • Kontinuität statt Strohfeuer.

Deshalb enden unsere Projekte nicht einfach. Sie fließen weiter. In neue Partnerschaften. In neue Ideen. In neue Programme.

ArtMinds geht weiter. enROMyou geht weiter. Experiencing Democracy wirkt weiter. PRO-MOTE wächst weiter. Neue Projekte entstehen.

Nicht, weil wir müssen. Sondern weil wir überzeugt sind:

Diese Arbeit macht einen Unterschied.

Europa von unten gedacht

Für viele ist Europa eine ferne Institution in Brüssel. Für uns ist Europa etwas anderes.

Europa ist:

  • ein Netzwerk von engagierten Organisationen,
  • Menschen, die voneinander lernen,
  • Solidarität über Grenzen hinweg,
  • gemeinsame Werte statt nationale Abschottung.

Wir erleben Europa nicht als Bürokratie. Wir erleben Europa als Zusammenarbeit. Als Ort, an dem unterschiedliche Menschen gemeinsam Lösungen entwickeln. Als Raum, in dem kleine Organisationen Großes bewegen können.

Unsere Haltung

Wir glauben an:

Bildung als Menschenrecht. Demokratie als tägliche Praxis. Solidarität als politische Verantwortung. Community-Arbeit als Motor für Veränderung. Und genau deshalb werden wir weitermachen.

Mit neuen Ideen.
Mit neuen Partnerschaften.
Mit neuen Projekten.
Mit der gleichen Haltung.

Denn Veränderung passiert nicht von selbst.

Man muss sie organisieren. Und genau das tun wir. //

Aus: RomaCajtung, Frühjahr 2026, 10–11.

RomaCajtung (2026): Europa ist für uns kein Fördertopf – sondern ein Raum für Solidarität, Bildung und Rechte. In: Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung. Frühjahr 2026, Heft 286/77. Jg., Wien. Druck-Version: Verband Österreichischer Volkshochschulen, Wien

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