Quelle: https://alice.ch/de/news/abschied-vom-ehemaligen-sveb-direktor-andre-schlaefli/
André Schläfli, Direktor des SVEB (Schweizerischer Verband für Weiterbildung) von 1991 bis 2016, ist am 22. November 2025 überraschend verstorben. Mit André ist ein Erwachsenenbildner gegangen, der die schweizerische und die internationale Weiterbildung geprägt hat und der sein Wissen und Know-how immer engagiert und hinterfragend zur Verfügung gestellt hat.
Nach seinem Studium der Psychologie und Pädagogik war er zunächst als Projektleiter für berufliche Weiterbildung an der Universität Freiburg tätig. Anschließend arbeitete er als Psychologe und Berufsberater und übernahm dann die Leitung der Management- und Lehrlingsausbildung einer Schweizer Großbank, ehe er sich für 25 Jahre bis zu seiner Pensionierung in der Schweiz für die Weiterbildung einsetzte.
Mit der Übernahme der Leitung des SVEB hat André die Aufgabe übernommen, den SVEB zu modernisieren und zu einer zentralen nationalen Organisation zu entwickeln. Das gelang ihm durch sein engagiertes Auftreten, seine Beharrlichkeit und sein strategisches Denken. Von anfänglich sechs Mitarbeitenden entwickelte sich der SVEB auf 22 Vollzeitstellen im Jahr 2016, das Budget stieg im gleichen Zeitraum von einer Million auf 4,5 Millionen Franken und die Zahl der Mitglieder von 30 auf 700.
André war einer der Architekten des 2017 in Kraft getretenen Weiterbildungsgesetzes. Die Professionalität in der Weiterbildung war ihm ein besonderes Anliegen. Durch den SVEB wurden im Jahr 1996 die „Quality labels adult education“ und im Jahr 2000 das EDuQUA-Zertifikat eingeführt.
André Schläfli war schon sehr früh an internationalen Kooperationen interessiert. Er war viele Jahre lang im Europäischen Verband für Erwachsenenbildung (EAEA) tätig, ebenso im Internationalen Rat für Erwachsenenbildung (ICAE) sowie in ERDI (Konsortium der europäischen Forschungs- und Entwicklungsinstitute). Darüber hinaus war er in Österreich ein engagiertes Mitglied der Jury des Staatspreises für Erwachsenenbildung. Im März 2003 war Schläfli Mitglied eines Teams, das im Rahmen einer „Thematic Review on Adult Learning“ einen Bericht über Österreich verfasste.1 Dabei lerne ich André Schläfli erstmals kennen: Mit meinem beinahe euphorischen Bericht über die Aktivitäten der VHS Meidling in Zusammenarbeit mit der Berufsschule gab er sich nicht zufrieden und forderte weitere Argumente. Mehrere Jahre später trafen wir einander im Rahmen der EAEA und arbeiteten gemeinsam in einem Projekt zur Finanzierung der Erwachsenenbildung.
Nach seiner Pensionierung war André als Experte und Berater in vielen Ländern tätig. Sein Faible für internationale Arbeit spiegelt sich unter anderem im Namen der Website des SVEB wider. „Alice.ch“ steht für „adult learning information center“. Für seine Verdienste wurde André in die internationale „Hall of Fame“ aufgenommen. Ekkehard Nuissl, selbst viele Jahre lang international tätig, schreibt in seiner Würdigung: „André Schlaefli war zweifellos eine der wirkmächtigsten Personen im Aufbruch der Weiterbildung in Europa der 1990er und 2000er Jahre“.2
Nuissl weiter: „Freunde und Kollegen in der Schweiz, in Europa und weit darüber hinaus werden einen innovativen, anregenden und klugen Menschen vermissen, der Position bezog, sie auch kontrovers vertreten konnte, der immer interessiert, neugierig und fragend war. Und der zugewandt und warmherzig war“. //












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